Brooke Bentham
Man sagt, im Norden sei es düster, und ein einziger Hörgenuss der ersten Veröffentlichung der aufstrebenden Singer-Songwriterin Brooke Bentham aus dem Jahr 2017 könnte diesen Eindruck noch verstärken. „Es ist schon komisch, wie kleine Dinge dein Leben zerstören können, wenn du nichts anderes tust, als in dir selbst zu leben“, singt sie im Eröffnungstrack ihrer Debüt-EP „The Room Swayed“. Die Höhen und Tiefen des Tracks – „Nowhere Near Sense“ – vereinen die epischen Alternative-Rock-Klänge von War On Drugs mit der emotionalen stimmlichen Tiefe von Sharon Van Etten oder Angel Olsen. Dass all dies das Werk einer 21-Jährigen aus South Shields bei Newcastle ist, mag dich überraschen. Es trägt die Schwere von jemandem, der bereits hundert Leben gelebt hat.
Sie griff schon früh zur Gitarre, versuchte sich sogar am Banjo und begann im Alter von 15 Jahren mit Gesangsunterricht. Schließlich war ihr erster Erfolg – ein Song namens „Oliver“ – ein Wendepunkt. Dieser Song brachte ihr die klangliche Richtung, auf die sie hingearbeitet hatte – perfekt demonstriert auf „The Room Swayed“ und dessen erster Single „Heavy and Ephemeral“. Die Folge-EP „This Rapture“ ging noch einen Schritt weiter und präsentierte eine Reihe von Stücken, die bemerkenswert selbstbewusst und doch atemberaubend verletzlich sind.
Das von Bill Ryder-Jones produzierte Debütalbum „Everyday Nothing“ ist der Soundtrack zur Realität vieler junger Menschen von heute. Dort, wo sich Hoffnungen und Träume in einem Nebel aus Verwirrung und Frustration entfalten. Es fängt eine existenzielle Verletzlichkeit ein, den verwirrenden Alltag eines jungen Lebens, in einem Werk, das äußerst nachvollziehbar, poetisch und fesselnd ist.