Carson Coma
Apropos Satire und Therapie: Die fünfzehn Titel des neuen Albums, das schlicht „IV“ heißt, lassen die Anfänge mit Cordjacken und Schulbussen weit hinter sich. Die Spuren des Ringens mit dem Erwachsenwerden waren bereits auf dem Vorgängeralbum zu erkennen, doch nun sickert die sogenannte ungarische Realität auf viel ironischere Weise in die Songs ein. Der Ton ist etwas düsterer und ernster, was eine willkommene Nuance darstellt und auf subtile Weise neue Ebenen von Verspieltheit und Fröhlichkeit hinzufügt. Der extrem starke Zusammenhalt innerhalb der Band zeigt sich nicht nur in den Songs, sondern auch bei den Live-Auftritten. Sie spielten das Konzert im Budapest Park mit beeindruckender Hingabe, Ernsthaftigkeit und Präzision durch: kein Geplauder, keine Spielereien, nicht einmal unnötige Zeitverschwendung zwischen den Songs. Man hatte das Gefühl, dass die sechs die Musik über alles lieben. Zweiundzwanzig Songs in zwei Stunden. Schließlich waren sie genau deshalb gekommen, genauso wie wir.