Friday Pilots Club
Die 2017 als Duo aus Sänger Caleb Hiltunen und Bassist Drew Polivick gegründete Band aus Chicago hat sich in den letzten Jahren um die Gitarristen Sean Burke und James Kourafas sowie den Schlagzeuger Eric Doar erweitert, deren Beiträge auf dem mitreißenden Debütalbum „Nowhere“ von Friday Pilots Club deutlich zu hören sind. Auf einem Album, das geradezu überquillt vor unwiderstehlichen Grooves, fetten Riffs und noch fetteren Refrains, liegt seine herausragendste Eigenschaft vielleicht gerade in den vielfältigen Vorlieben und Talenten seiner Mitglieder, die ein für alle Mal beweisen, dass Konsens überbewertet wird, Kompromisse aber oft der Schlüssel zum Erfolg sind.
Tatsächlich besticht „Nowhere“ durch eine Fülle klanglicher Reichtümer, von der köstlichen Gitarrenlinie und dem Ohrwurm-Refrain von „Nothing or Forever“ über die tanzbare erste Single „Vampire Disco“ bis hin zur eleganten Soul-Ballade „Coffin“, die es schafft, Anspielungen sowohl auf Prosecco als auch auf die ägyptische Königin Nofretete einzuflechten. Die Songs entladen sich oft in feurigen Alternative-Rock-Ausbrüchen, bevor sie wieder auf ihre elementaren Grundlagen als Akustikgitarre und gedämpfter Gesang zurückkehren, wobei subtile Produktionsakzente (Ween-artiger, in der Tonhöhe verschobener Gesang, nächtliche Grillenlaute) das großformatige Hörerlebnis bereichern.