Guitarricadelafuente

Guitarricadelafuente ist ein Musiker, der zwischen verschiedenen Welten schwebt. Er wuchs in den frühen 2000er Jahren zwischen dem ruhigen Küstenort Benicàssim und dem Dorf seiner Großmutter, Las Cuevas de Cañart, auf und war umgeben von den verblassenden Klängen ländlicher Volksmusik und des Flamenco – Traditionen, die er in sich aufnahm, während er nach und nach das Leben jenseits der Grenzen Spaniens entdeckte.

Aus dieser Prägung heraus entwickelte er einen Gesangsstil, der die emotionale Zerrissenheit einer Generation widerspiegelt, die zwischen echter Sehnsucht und digitaler Überflutung gefangen ist.

Sein Künstlername – eine spielerische Verschmelzung seines Nachnamens Lafuente und der aragonesischen Verkleinerungsform für Gitarre, „guitarrica“ – erregte erstmals Aufmerksamkeit mit „El Conticinio“, einem Song, den er 2018 nur mit einem PlayStation-Mikrofon in seinem Schlafzimmer aufgenommen hatte. Lo-Fi und ungefiltert, strahlte er eine Rohheit aus, die tief nachhallte und den Ton für seinen Aufstieg in der spanischen Musikszene angab. Schnellvorlauf ins Jahr 2025 – viele Singles und zwei Alben später – wurde genau diese bescheidene Aufnahme für einen Apple-Werbespot unter der Regie von Spike Jonze und mit Pedro Pascal in der Hauptrolle ausgewählt, was seine weltweite Bekanntheit weiter festigte. Mehr als nur ein Moment, in dem sich der Kreis schließt, fasste dies die Essenz seiner Geschichte ein: wie eine seltene Mischung aus Verletzlichkeit und Authentizität eine einzigartige Vision von den intimsten Räumen auf die Weltbühne tragen kann. Seine Songs – moderne Postkarten aus einer verträumten Vergangenheit – interpretieren spanische Folk-Traditionen neu in facettenreichen Indie-Pop-Landschaften, getragen von Lo-Fi-Klängen und Flamenco-Flüstern. Im Jahr 2019 erzielten frühe Hits wie „Guantanamera“ und „Nana Triste“ (mit Natalia Lacunza) 59 bzw. 70 Millionen Streams und legten damit den Grundstein für sein gefeiertes Debütalbum „La Cantera“ aus dem Jahr 2022. Sein zweites Album, „Spanish Leather“ (2025) – mit einem von Wolfgang Tillmans fotografierten Cover – bleibt der gleichen DNA treu, markiert jedoch eine kühne Weiterentwicklung sowohl im Klang als auch in der Bildsprache und bestätigt das Wachstum eines Künstlers, der keine Angst hat, sich selbst zu erforschen.