Hugo Barriol
Nach einer Reise nach Australien, wo er seine ersten Schritte als „U-Bahn-Sänger“ unternahm, kehrte Hugo Barriol nach Paris zurück. Die Rückkehr zur Musik war für ihn ein dringendes Bedürfnis. Befreit von seinen Bands – nacheinander The Handcuffs und Enjoy Walace – setzte der junge Mann sein australisches Abenteuer in der Pariser U-Bahn an den Stationen Bonne Nouvelle, Nation und Saint-Michel fort, bevor er sich in Pigalle niederließ. Ein Auftritt am Morgen, ein weiterer nach Feierabend, insgesamt vier Stunden Musik am Tag, in denen sich die Lieder –
Eigenkompositionen, die aus emotionalen Trennungen entstanden waren – mit den Hallen der U-Bahn vermischten, als würde das Unterbewusstsein einen mit einer kraftvollen, volltönenden, mitreißenden Stimme einholen. „Die U-Bahn zwang mich, meine Stimme zu finden, aus ungeahnten, verborgenen Winkeln zu schöpfen. Ich sang dieselben Lieder dutzende Male, wobei sich die Interpretation nach und nach verfeinerte.“ Wie ein Tänzer, der stundenlang denselben
Schritt perfektioniert. Denn „um mich auf Englisch auszudrücken, muss die Musik die in meinen Texten beschriebenen Emotionen noch besser vermitteln.“
Am ersten Tag, an dem er seinen Verstärker und sein Mikrofonstativ aufstellte, reichte ihm ein Produzent seine Visitenkarte, und später lud ihn der Casting-Direktor von „The Voice“ ein, bei seiner Show mitzumachen. Aber er will seine Musik verkaufen, nicht sich selbst … Hugo Barriol zog es vor, sich auf seine Musik zu konzentrieren, und im Sommer 2015 ging er ins Studio, um eine erste EP mit fünf Titeln aufzunehmen. Majestätische Saiten, die über das Holz einer Folk-Gitarre mit metallischem Sattel streichen, eine warme Stimme, die aus tiefstem Inneren kommt und selbstbewusst eine Landkarte durchstreift, die sich von Jeff Buckley bis Bon Iver, von José Gonzalès bis Thomas Dybdhal erstreckt. Dort sind Gebete zu hören. Der erste Titel, der aufgenommen wurde, heißt „On The Road“. Wenn wir uns daran erinnern, dann wohl deshalb, weil er den Beginn eines langen und fruchtbaren Weges markiert.