W. H. LUNG

Der Weg von W. H. Lung zu ihrem Debütalbum verlief weniger konventionell als bei den meisten anderen Bands. Diese Eigenschaft teilt auch ihre Musik, die sich zwischen schimmerndem Synth-Pop und den mitreißenden Grooves des Berliner 70er-Jahre-Sounds bewegt. Als sich die Band gründete, hatte sie nie die Absicht, live aufzutreten, sondern strebte vielmehr ein vorwiegend studiogebundenes Projekt an.

Dieser Ansatz wurde auf die Probe gestellt, als sie 2017 ihre Debüt-10“-Single („Inspiration!/Nothing Is“) veröffentlichten, was dazu führte, dass sie schnell sehr gefragt waren. Die Buchungsanfragen strömten nur so herein, und W. H. Lung sammelten in jenem Sommer erste Erfahrungen auf Festivalbühnen. Während manche neue Bands sich durch dieses Interesse vom ursprünglichen Kurs des Projekts hätten abbringen lassen, blieben W. H. Lung ihrer ursprünglichen Zurückhaltung treu und arbeiteten hauptsächlich als Studioband, wobei ihre beeindruckenden Live-Auftritte nur sporadisch stattfanden.
W. H. Lung haben das Projekt über zwei Jahre hinweg auf natürliche Weise reifen lassen. Das Ergebnis ist ein bemerkenswert durchdachtes Debütalbum (erscheint im April 2019 bei Melodic). Die Produktion ist klar und makellos, aber nicht überpoliert; die Synthesizer und Elektronik strahlen und summen mit einer goldenen Aura, und der Gesang wechselt zwischen zarter Darbietung und kraftvollen Ausbrüchen. Die Songs strahlen eine spürbare Energie aus, wie man in den 10 glorreichen Minuten des Eröffnungsstücks „Simpatico People“ erleben kann.
„Ich halte es für wichtig, die Unterscheidung zwischen ‚hoher‘ und ‚niedriger‘ Kultur aufzuheben“, erklärt Joseph E. Dieses Aufeinandertreffen der Welten zeigt sich nicht nur in der kraftvollen Mischung aus blitzgescheiten Arrangements, Texten und nahtlos tanzbarer Musik, sondern auch in der Tatsache, dass sie nach einem Cash-and-Carry-Markt in Manchester benannt sind. Wie Tom P. erklärt: „Ich fand es witzig, diese eher nüchternen Assoziationen mit W. H. Auden und anderen Dichter-, Schriftsteller- und Künstlernamen mit der Tatsache zu kontrastieren, dass es sich eigentlich nur um einen chinesischen Supermarkt handelt.“